Traditionelle Chinesische Medizin

Sagte der Meister zu dem Geschäftsmann:

 

"Wie der Fisch zugrunde geht auf dem Trockenen, so geht ihr zugrunde, wenn ihr euch verstrickt in den Dingen der Welt. Der Fisch muss zurück ins Wasser – ihr müsst zurück in die Einsamkeit."
Der Geschäftsmann war entsetzt. 

"Muss ich mein Geschäft aufgeben und in ein Kloster gehen?"
"Nein, nein, behaltet euer Geschäft und geht in euer Herz."

Die Philosophie der Traditionellen Chinesischen Medizin

Die Wurzeln der Chinesischen Medizin liegen in der 5.000 Jahre alten Philosophie des Ayurveda. Aus dem Ayurveda wurde das Wissen in die chinesische Kultur weitergetragen und entwickelte sich schließlich über die Jahrhunderte zu einem eigenständigen Medizinsystem.

Diese beiden Weisheiten und unsere traditionelle abendländische Medizin in unserer Arbeit wieder miteinander zu verknüpfen ist ein wundervoller Weg für uns, unseren Patienten eine individuelle, sehr persönliche Behandlung zukommen zu lassen, und sie so auf vielen Ebenen zu berühren.

In der Philosopie der Chinesischen Medizin ist Gesundheit gleichbedeutend mit dem freien Fluss von Qi (=Lebensenergie). So ist die Gesundheit untrennbar mit der Vorstellung von Fließen, Ausgewogenheit und Austausch verbunden.
Im Zentrum steht die Erkenntnis, daß alle körperlichen und psychischen Vorgänge im Menschen einander wechselseitig beeinflussen. Das alte chinesische Zeichen, in dem das Dunkle (Yin) und das Helle (Yang) immerwährend kreisen, sich ergänzen und hervorbringen, symbolisiert das sich ständig verändernde Gleichgewicht der Energien Yin und Yang. Dieses Gleichgewicht bestimmt den freien Fluss des Qi, der Lebensenergie. Beide Kräfte bilden das dynamische Gegensatzpaar, das allem Leben zugrunde liegt, wie Tag und Nacht, Aktivität und Ruhe, Ein- und Ausatmen, Geben und Nehmen auf allen Ebenen die das Leben zu bieten hat. So kann also durch verschiedene äußere oder innere Faktoren ein Ungleichgewicht, das heißt also eine Erkrankung, entstehen.

Die Möglichkeiten der TCM, der Ayurveda & der traditionellen Abendländischen Medizin

Das Ziel einer Behandlung ist es, den ganzen Menschen zu behandeln und nicht eine lokale Krankheit, oder ein Symptom, denn auch sie sind eingebunden in den ganzen Organismus. Jede Störung hat eine individuelle Entwicklung und hat sich mit der individuellen Geschichte eines Menschen entfaltet. Auch wenn sich wichtige Symptome wie z.B. Migräne ähneln, so sind die Ursachen doch meist vielfältig und unterschiedlich. Deshalb muß auch die Therapie individuell und flexibel sein.

Im allgemeinen hat sich gezeigt, dass Störungen wie Schlaflosigkeit, Streß, Energielosigkeit, Schmerzzustände (akut und chronisch), hormonelle Störungen, funktionelle Erkrankungen, chronischer Schnupfen, Allergien, Heuschnupfen, Autoimmunkrankheiten, Unfruchtbarkeit und Frauenleiden sehr gut auf die Akupunktur ansprechen.


Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine Liste von Erkrankungen veröffentlicht, die erfolgreich mit der Akupunktur behandelt werden können; hier einige Beispiele: Erkältungen, Asthma, Sinusitis, Kopfschmerzen, Migräne, Trigeminusneuralgie, Arthritis, Tennisellenbogen, Ischialgie, Magenschleimhautentzündung, Colitis, Verstopfung, Durchfall.

„Nahrung ist die Erste Medizin“

Die mangelnde Vitalqualität der heutigen Lebensmittel ist ebenfalls eine häufige Ursache von Erkrankungen. Die meisten Nahrungsmittel enthalten Spuren von chemischen Substanzen wie Geschmacks-, Farb- und Konservierungsstoffe sowie Pestizide.


Auch unregelmäßiges Essen und Essen unter Anspannung und Zeitdruck wirken sich negativ auf unsere Gesundheit aus. Deshalb verdient dieser Teil unseres Alltags ebenfalls unbedingt Aufmerksamkeit.

In ausführlicher Anamnese mit Zungen- und Pulsdiagnostik werden persönliche Behandlungsstrategien festgelegt. Wir schöpfen aus einer Fülle bewährter Therapien wie z.B. Blutegeltherapie, Akupunktur, Kräuterheilkunde, Ernährungstherapie und zahlreichen Spezialbehandlungen.

Behandlungen

Um zu sehen, wo du stehst, wo deine Erkrankung herkommt und wie es um den Zustand deiner Energien (Yin und Yang) steht, erfolgt zunächst eine längere Befragung. Schließlich ist es die Puls- und Zungendiagnose, die einander ergänzen und so gelingt es, ein exaktes Bild des Zustandes im ganzen Organismus zu bekommen und den Weg der Behandlung festzulegen.

Zur Akupunkturbehandlung werden sehr dünne Nadeln in ausgewählte Punkte so gut wie schmerzfrei eingestochen, danach das „De-Qi“, die sog. Nadelsensation hervorgerufen, um das zuvor festgestellte Ungleichgewicht zu korrigieren. In der Regel verbleiben diese ca. 30-40 Minuten, manchmal auch länger.

Ein weiteres Behandlungsverfahren, das zusammen mit der Akupunktur oder auch getrennt für sich durchgeführt werden kann, ist die Behandlung mit Moxa. Hierbei wird die Wolle aus den Blättern des Beifußes (Artemisia vulgaris) auf den Nadeln oder auf einer Unterlage (Knoblauch- oder Ingwerscheibe oder in gepresster Form einer Zigarre über Akupunkturpunkten verglüht. Diese besonders heilsame Wärme wirkt in der Tiefe und stärkt den Organismus.

Schröpfen
Unterstützend wird bei manchen Erkrankungen auch das Schröpfen als Ausleitungsverfahren angewandt. Die Schröpfgläser werden über bestimmte Akupunkturpunkte angebracht und erzeugen durch ihren Unterdruck eine Stoffwechselsteigerung und Durchblutungsförderung.
Das Verfahren kann je nach Erkrankung und Konstitution des Patienten blutig oder unblutig angewandt werden.

Kräuterverordnungen
In den meisten Fällen wird eine Akupunkturbehandlung durch die Gabe von Kräutern unterstützt. Es kommt ebenfalls vor, daß ausschließlich eine Behandlung mit Kräutern im Sinne der TCM erfolgt. Unsere Kräuterverordnungen sind meist individuell zusammengestellt, zur Erstellung einer Rezeptur verwenden sowohl ayurvedische, chinesische als auch einheimische Heilpflanzen verwendet.